Die Wahrheit über Parabene: Sollten Sie sich Sorgen machen?
Kaum ein kosmetischer Inhaltsstoff hat so viel Kontroverse ausgelöst wie Parabene. Marketingaussagen wie „parabenfrei" sind allgegenwärtig. Aber was sagt die Wissenschaft tatsächlich?
Was sind Parabene?
Parabene sind eine Familie von Konservierungsstoffen, die seit den 1920er Jahren verwendet werden, um das Wachstum von Bakterien und Pilzen in Kosmetik zu verhindern. Die häufigsten: Methylparaben, Ethylparaben, Propylparaben, Butylparaben.
Ohne Konservierungsstoffe wäre Ihre Feuchtigkeitscreme innerhalb weniger Wochen eine Petrischale voller Bakterien.
Die Kontroverse
Im Jahr 2004 wies eine Studie Parabene in Brustkrebsgewebe nach. Die Medien explodierten. Aber die Studie selbst stellte fest, dass sie keinen kausalen Zusammenhang bewiesen hat — nur dass Parabene vorhanden waren. Nachfolgende Großstudien des Wissenschaftlichen Ausschusses der EU für Verbrauchersicherheit (SCCS) ergaben:
- Methylparaben und Ethylparaben sind bei Konzentrationen bis 0,4 % einzeln (0,8 % gesamt) sicher
- Propylparaben und Butylparaben sind bei bis zu 0,14 % einzeln sicher
- Fünf Parabene (Isopropylparaben, Isobutylparaben, Phenylparaben, Benzylparaben, Pentylparaben) haben unzureichende Sicherheitsdaten und sind faktisch verboten
Was das EU-Recht sagt
Die EU-Verordnung 1223/2009 (Anhang V) erlaubt bestimmte Parabene als Konservierungsstoffe mit strengen Konzentrationsgrenzen. Produkte innerhalb dieser Grenzen wurden vom SCCS als sicher bewertet. Produkte, die diese überschreiten, sind illegal.
Die Marketingfalle „parabenfrei"
Produkte, die als „parabenfrei" vermarktet werden, verwenden oft alternative Konservierungsstoffe, die:
- Weniger gut untersucht sind als Parabene
- Häufiger allergische Reaktionen verursachen (z. B. Methylisothiazolinone — inzwischen wegen Allergiebedenken eingeschränkt)
- Weniger wirksam sind und höhere Konzentrationen erfordern
„Parabenfrei" bedeutet nicht „sicherer". Es bedeutet andere Konservierungsstoffe.
Fazit
Parabene, die nach EU-Recht in gesetzlichen Konzentrationen erlaubt sind, gehören zu den am besten untersuchten und sichersten verfügbaren Konservierungsstoffen. Die eigentlichen Risiken gehen von Produkten aus, die überhaupt keine Konservierungsstoffe oder ungeprüfte Alternativen verwenden.